Konzept

Individualität des Kindes und Leitfaden unserer pädagogischen Arbeit

Aus der Individualität des Kindes und dem Zusammenspiel in der Gruppe ergibt sich der Leitfaden unserer pädagogischen Arbeit.

„Das Kind hat ein Recht auf Achtung. Das Kind hat das Recht, so zu sein, wie es ist.“
(Janusz Korczak)

Nach diesem Motto von Janusz Korczak begleiten, fördern und unterstützen wir Erzieherinnen die Kinder in ihrer individuellen Entwicklung. Dieser persönliche Entwicklungsstand kann in verschiedenen Entwicklungsbereichen wie Sprache, Motorik usw. abweichen von der sog. „normalen“, dem Alter des Kindes entsprechenden Entwicklung.

Daher ist es von großer Bedeutung, das Kind in seinem persönlichen Entwicklungsstand zu akzeptieren und anzunehmen, um ihm dann entsprechende Erfahrungs- und Erlebnisfelder anzubieten.

„Nimm mir nicht die Steine aus dem Weg! Wecke in mir den Wunsch sie aus eigener Kraft zu überwinden!“ (Renate Zimmer)

In einem geschützten Raum erfahren die Kinder bei uns Geborgenheit, Sicherheit und Vertrauen. Wir ermöglichen ihnen Voraussetzungen zu vielfältigem Lernen durch erlebnisreiche Spielformen mit Bewegung, Sprache und Musik. Jedes Kind erhält ausreichend Zeit, seine individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie seine Persönlichkeit zu entwickeln bzw. weiter zu entwickeln. Grundlegende Wertvorstellungen wie Respekt gegenüber allen Menschen, Tieren, Pflanzen, der Umwelt und auch Gegenständen werden ihnen von uns vermittelt. In Groß- und Kleingruppen bieten sich Möglichkeiten, Beziehungen zu anderen Kindern zu aufzubauen und sich mit unterschiedlichen Altersstufen und Geschlechtern auseinander zu setzen.

Wenn die Kinder zu uns in die Einrichtung kommen, bedeutet dies eine große Herausforderung an ihre Fähigkeiten – vor allem für die Zweijährigen – sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen und Beziehungen zu fremden Personen aufzubauen.

Damit wir an den ersten Kindergartentagen genügend Zeit für Sie und ihr Kind haben, wird die Aufnahme der Kinder über 3 Jahren in den Gruppen auf 4-6 Kinder pro Woche begrenzt. Der Besuch der neuen Kinder findet individuell zunächst nur stundenweise statt. Erst wenn sie sich eingelebt haben, gibt es eine Über-Mittag-Betreuung.

Die zweijährigen Kinder werden nach dem sog. Berliner Modell eingewöhnt. Jedes Kind wird einer Erzieherin als Bezugsperson zugeordnet. Diese nimmt im Beisein der Mutter (Vater, vertraute Bezugsperson) zunächst stundenweise Kontakt zum Kind auf, um eine verlässliche Beziehung zu entwickeln. Die Mutter verabschiedet sich in einem Zeitraum von 2 – 4 Wochen für immer längere Zeiträume von ihrem Kind, bis die Beziehung zwischen Kind und Erzieherin stabil genug für den ganzen Tag ist. Der Zeitraum richtet sich nach den Fähigkeiten und Bedürfnissen des Kindes.

In der Villa gibt es vier Gruppen, denen die Kinder angehören. In der roten, blauen und gelben Gruppe werden Kinder von 2-6 Jahren betreut. In der grünen Gruppe, der Zwergengruppe, werden die 2-jährigen betreut. Alle Gruppen verfügen über einen Hauptraum, einen Nebenraum, ein Badezimmer, einen Abstellraum und einen direkten Zugang zum Außengelände. Jedes Kind gehört zu einer Gruppe, kann aber für sein tägliches Spiel auch die Gruppe wechseln und andere „besuchen“.

Die Gestaltung der Gruppenräume richten sich nach den aktuellen Bedürfnissen der Kinder. Grundsätzlich sind aber unterschiedliche Spielbereiche in jeder Gruppe vorhanden:

  • Rollenspielbereich

  • Kreativbereich

  • Konstruktionsbereich

  • Lesesofa

  • Gesellschaftsspiele

  • Frühstückstisch

Unser großes Außengelände (ca. 4000 m²) bietet den Kindern vielfältige Möglichkeiten zum Spielen und zum Kennenlernen der Natur: Ein großer Sand-Matschbereich, Nestschaukel, Rutsche, Kletterbäume, Garten mit Hochbeet zum bepflanzen, ein Insektenhotel und vieles mehr. Für die Kinder der U-3-Gruppe wurde ein eigener Spielbereich erstellt. Somit haben sie zunächst die Möglichkeit in einem übersichtlichen Bereich unser Außengelände zu erkunden. Die Kinder erproben in der natürlichen Umgebung ihre körperlichen Fähigkeiten und entdecken und erforschen die Vielfalt an Lebewesen und Pflanzen und deren Lebensräume. Ein großer Fuhrpark vervollständigt das Bewegungsangebot.

Neben der Leiterin, die anteilig von der Gruppenarbeit freigestellt ist, arbeiten weitere Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen in der Villa. Gerne unterstützen wir auch Schüler/-innen in ihrer Lernphase in Form von verschiedenen Praktika.

Unsere wöchentlichen Teamsitzungen dienen zur Planung und Organisation unserer pädagogischen Arbeit (Fallbesprechungen, Elterngespräche, Planung von Festen…).

Die individuellen Kompetenzen der Erzieherinnen machen wir uns zu Nutze und setzen sie gezielt ein. Dabei sind sowohl dem Träger als auch dem Personal regelmäßige und vielfältige Fortbildungen sehr wichtig.

Wir Erzieherinnen öffnen uns den Kindern, ihren Gefühlen und Bedürfnissen und bringen ihnen als Bezugspersonen Vertrauen und Geborgenheit entgegen. Dabei sind wir uns unserer Rolle als Vorbild bewusst.

Die Ernährungserziehung bildet einen wichtigen Punkt in unserer Arbeit mit den Kindern. Belohnt wurde unser Engagementin diesem Bereich im Jahr 2010 mit einer Auszeichnung als „Fit Kid Kita“ von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Die Kinder, die über Mittag die Villa besuchen, erhalten bei uns eine an der Vollwertkost orientierte Ernährung, möglichst aus biologischem Anbau. Das Mittagessen beinhaltet eine Vor-, Haupt- und Nachspeise und wird von unserem Küchenpersonal jeden Tag frisch, ausgewogen und abwechslungsreich zubereitet. Getränke (Mineralwasser, Tee, Milch) stehen allen Kindern den ganzen Tag über zur freien Verfügung.

Die Kinder bringen jeden Tag ein gesundes Frühstück von zu Hause mit, das sie an einem vorbereiteten Tisch während des Freispiels essen können. Ergänzt wird das Frühstück der Kinder durch einen kleinen Überraschunsteller, der sich mit Obst oder Rohkost bestückt als kleine Anregung zum gesunden Essen auf dem Tisch befindet. Einmal monatlich bieten wir zusätzlich ein gruppenübergreifendes Frühstücksbuffet an. Die Kinder frühstücken in einem vorbereiteten Raum in gemütlicher Atmosphäre (Kinderrestaurant).  Wenn Sie mehr über unsere Ernährungserziehung erfahren möchten schauen Sie doch einmal unter dem Punkt Ernährung!

Eltern sind für uns wichtige Partner bei der Arbeit. Sie begleiten ihre Kinder und uns durch das gesamte Kindergartenjahr. An Elternabenden werden die Gruppensituation und aktuelle Themen miteinander besprochen. Die jeweilige Entwicklung des einzelnen Kindes, seine Situation in der Gruppe, mögliche Probleme, die Situation in der Familie usw. sind  das Thema in Einzelgesprächen, die von den Erzieherinnen angeboten werden, aber auch von Eltern gewünscht werden können.

Die Mitarbeit der Eltern hat in unserer Einrichtung einen besonderen Stellenwert. Neben der Vorstandsarbeit und dem Elternrat sind die Eltern verpflichtet, auch in anderen festen Gremien oder in Arbeitsgruppen aktiv mitzuwirken. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, die pädagogischen Kräfte in ihrer Arbeit zu unterstützen z.B.: Planung von Festen, Pflege der Außenanlage usw. Diese gemeinsame Arbeit macht viel Spaß, Kontakte zu anderen Familien können geknüpft werden und sie bietet die Chance zur aktiven Mitgestaltung der Arbeit in der Villa.

Der Kindergarten ist eine sozialpädagogische Einrichtung und hat neben der Betreuungsaufgabe einen eigenständigen Erziehungs- und Bildungsauftrag als Elementarbereich des Bildungssystems. Die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes und die Beratung und Information der Erziehungsberechtigten sind von wesentlicher Bedeutung. Der Kindergarten ergänzt und unterstützt dadurch die Erziehung des Kindes in der Familie.

Wir stärken, fördern und begleiten die Kinder ganzheitlich, dass heißt körperlich, geistig und seelisch. Dabei berücksichtigen wir die Lebenssituation, Lernfreude, schöpferischen Kräfte, sprachlichen Fähigkeiten, körperliche Entwicklung und die individuelle Neigungen und Begabungen jedes einzelnen Kindes.

Der Entwicklung der sprachlichen Fähigkeiten widmen wir besondere Aufmerksamkeit. Aussprache, Wortschatz und Grammatik sowie die Bedeutung der Sprache als Werkzeug der Kommunikation und des Denkens für das kindliche Handeln werden im täglichen Miteinander beobachtet und, anknüpfend an die Erfahrungswelten des Kindes, gefördert.

Die Förderung der Persönlichkeit des Kindes bietet gleichzeitig die Basis der Vorbereitung der Kinder auf die Schule. Im Jahr vor der Schule arbeiten wir mit den angehenden ‚Schulkindern’ im Freispiel an Arbeitshaltung, Konzentration, Ausdauer, Feinmotorik und Sozialkompetenz. Verstärkt wird diese Förderung durch gezielte Kleingruppenarbeit mit von den Kindern gewünschten Themen, Ausflüge zur Naturschule Aggerbogen u.ä.

Kinder brauchen und lieben Rituale. Sie stellen Sicherheit und Orientierung dar und strukturieren den Tagesablauf oder auch den Jahresverlauf. Jedes wiederkehrende Fest ist ein Ritual, die gewohnte Art, es zu feiern, kann zu Vorfreude und gemeinsamen Tun führen, die Zusammengehörigkeit fördern und die Planung erleichtern.

Wichtige Rituale, die uns im Kindergartenalltag begleiten sind beispielsweise:

  • gegenseitiges Begrüßen am Morgen
  • Frühstück und Mittagessen
  • Stuhlkreise
  • Religiöse Feste / Geburtstage feiern

Sicherheit und Orientierung vermitteln wir auch durch die Einhaltung von Gruppenregeln.

„Das oberste Gebot der Erziehung heißt Geduld. Man kann Knospen nicht mit Händen aufbrechen“
(Ilse Franke-Öhl)

Geduld bedeutet, jedem Kind seine Zeit lassen, Erprobungsfelder schaffen, Experimente zulassen, Fehler nicht für eine Katastrophe halten, Gedanken und Ideen spinnen, keine vorgefertigten Ergebnisse im Kopf haben, abwarten und zuhören und bei Konflikten die Ruhe bewahren. Wir nehmen uns vor beratend, helfend und unterstützend zu wirken ohne ungeduldig zu sein. Wir lassen den Kindern die Gelegenheit, Situationen in Ruhe zu betrachten und abzuwägen.

In erster Linie ist jedes Kind ein Mensch mit individuellen Eigenschaften und Bedürfnissen. Erst durch das differenzierte Beobachten entdecken wir an den Kindern ihre individuelle Seite und ihre spezifische Entwicklung im Bildungsalltag. Die Beobachtungen werden schriftlich dokumentiert. So können wir die Entwicklungsschritte des Kindes über seine gesamte Kindergartenzeit nachvollziehen.

Für die Entwicklungsgespräche zwischen den Erzieherinnen und Eltern stellt diese Entwicklungs- und Bildungsdokumentation die Grundlage dar. In den ersten beiden Jahren des Kindergartenbesuchs sprechen Erzieherinnen und Eltern diese Dokumentation gemeinsam durch. Im letzten Jahr vor der Schule können die Eltern die Entwicklungsbegleitung ihres Kindes durchgehen und führen mit der Gruppenleitung ein Abschlussgespräch. Zum Abschluss des Kindergartens erhalten die Eltern diese Dokumentation. Diese Informationen dienen unter anderem als Grundlage für Elterngespräche.

Eine der schwierigsten Aufgaben unserer Eltern ist es, sich durch die Infowände zu kämpfen. Neuigkeiten aus der Gruppe stehen an der Gruppenpinnwand und Kindergarteninfos im Eingangsbereich. Des weiteren informieren wir über aktuelle Termine und Themen per Mail. Auch im Internet unter www.villa-regenbogen-lohmar.de finden viel Wissenswertes und interessantes über unsere Villa!

Wir wünschen uns, dass sich in unserer Villa große und kleine Leute wohl und geborgen fühlen!